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News Archiv 2020

06.06.2020


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Notruf auch in Corona-Zeiten nicht hinauszögern

In der Presse findet man in den letzten Monaten häufig Berichte aus Rettungsdienstbereichen: Notrufzahlen gehen teilweise um über 20% zurück.
Laut einer Analyse der gesetzlichen Krankenkasse DAK-Gesundheit sind im März 25% weniger Versicherte mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden als im März 2018 und 2019 (Quelle: www.dak.de).

Auch wir, die First Responder Gruppe Augst stellen fest, dass unsere Einsatzzahlen seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen sind.
Ein Grund ist sicherlich dass das öffentliche Leben, Sport und Freizeitaktivitäten deutlich eingeschränkt sind;
durch Homeoffice und Kurzarbeit Arbeits- und Wegeunfälle weniger werden usw..
Allerdings ist auch festzustellen, dass es den Patienten zu denen wir aktuell alarmiert werden, meist deutlich schlechter geht und es sich überwiegend um echte Notfälle handelt. Die schwelle den Rettungsdienst zu rufen scheint deutlich höher zu liegen.
Das liegt offensichtlich daran, dass die Menschen einen Krankenhausaufenthalt aus Angst vor Ansteckung vermeiden wollen und daher erst die 112 wählen, wenn es gar nicht mehr anders geht.
Leider führt dieses Verhalten dazu, dass schwere plötzliche Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle erst sehr spät in die Klinik kommen und sich damit die Überlebenschancen und das spätere "Outcome" deutlich verschlechtern.

Die Rettungsdienste und auch wir haben unsere Einsatztaktiken frühzeitig an die Corona-Pandemie angepasst:
Wir tragen grundsätzlich bei jedem Einsatz FFP2-Schutzmasken ohne Ausatemventil und Einweghandschuhe. Diese schützen zum einen unser Personal, aber auch die Patienten und alle umstehenden Personen vor uns, als potentielle Überträger.
Schon immer wird die gesamte Ausrüstung, die am Patienten zum Einsatz kommt, nach jedem Einsatz gereinigt und desinfiziert.
Es wird bevorzugt Einwegmaterial eingesetzt. Bei der Beatmung werden Filter verwendet, die die Ein- und Ausatemluft des Patienten filten (ähnlich wie eine FFP3-Maske) und so auch wieder den Patienten und alle Personen im Umfeld schützen.
Seit März desinfizieren wir sogar Oberflächen von Geräte und Rucksäcke nach jedem Einsatz, auch wenn diese nicht unmittelbar mit Patienten in Kontakt kamen.

Als weitere Schutzmaßnahme wurde zur Risikominimierung festgelegt, dass zunächst nur ein First Responder zum Patienten vor geht; der/die weiteren Kollegen warten z.B. an der Wohungstür bzw. in Abstand und nähern sich dem Patienten nur, wenn die Lage dies erfordert.
Angehörige werden gebeten einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu uns einzuhalten.
Bei Notfallpatienten kann der empfohlene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern natürlich nicht eingehalten werden. Hier stehen uns weitere Schutzmaßnahmen wie z.B. Gesichtschutzvisiere, FFP3-Masken und Schutzkittel zur Verfügung.
Für die First Repsonder gilt es zudem die Kontaktzeit (sog. "Face-to-Face-Time") auf ein Minimum zu reduzieren; wir ziehen uns nach der Übergabe an den Rettungsdienst zurück (sofern vertretbar).

Dieser Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass bis heute keiner unserer First Responder nachweislich mit Corona infiziert wurde und in Quarantäne musste.

Besteht bei einem Patienten der Verdacht einer Covid-19-Erkrankung oder Infektionsverdacht, wird der Einsatz so abgewickelt, als wäre es ein bestätigter Corona-Patient.

Wir sind aber auch auf Ihre Mithilfe angewiesen:
bitte geben Sie beim Notruf immer wahrheitsgemäß an, ob eine Corona-Infektion bekannt ist und/oder ob Leitsymtome vorliegen:
- Fieber (erhöhte Temperatur)
- Husten
- Atemnot
und ob Kontakt zu Infizierten oder Aufenthalt in einem Risikogebiet stattgefunden hat.

Angehörige sollten bei unserem Eintreffen einen Mund-Nasen-Schutz tragen; nach Möglichkeit auch der Patient.


Für uns positiv ist allerdings, dass "Notfalleinsätze", die eigentlich keine sind, auch deutlich nachgelassen haben. Das Anspruchsdenken vieler Menschen führt häufig dazu, dass der Rettungsdienst notfallmäßig (und damit auch die First Responder) zu Patienten gerufen wird, die bestenfalls zum Hausartzt oder ärztlichen Bereitschaftsdienst gehören oder selber in eine Unfallambuanz hätten fahren können. Aus Bequemlichkeit und um Wartezeiten zu umgehen wird dann der Rettungsdienst gerufen.
Häufig beginnen solche Einsätze mit Begrüßungen wie "ich fahre aber nicht mit ins Krankenhaus" oder "fragen Sie nicht soviel, hier steht meine Taschen; fahren wir jetzt bitte los" oder "das ging aber schnell, bei meinem Hausarzt sitze ich ja stundenlang" oder "die Beschwerden habe ich seit 3-4 Tagen".

Kontakt



Unterkunft:
Augst Halle
Westerwaldstraße
56335 Neuhäusel

Postanschrift:
DRK Ortsverein Augst e.V.
Triftstraße 6
56337 Eitelborn

Telefon:  02620 - 95 19 433
Telefax:  02620 - 95 19 434
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Einsatzgebiet

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