Aktuelle Neuigkeiten

16.04.2020


zurück zur Übersicht

10 Jahre First Responder Augst


Wir können es selber kaum glauben, aber wir sind tatsächlich seit 10 Jahren ohne Unterbrechung rund um die Uhr ehrenamtlich für die Bürgerinnen und Bürger der Augst-Gemeinden Eitelborn, Neuhäusel, Kadenbach und Simmern da.

Unsere ehrenamtlichen Helfer werden von der Rettungsleitstelle Montabaur bei potentiell lebensbedrohlich eingestuften Notrufen parallel zum Rettungsdienst (Rettungswagen und Notarzt) alarmiert.

Seit dem 16.04.2010 insgesamt zu 1.691 Notfalleinsätzen. Angefangen haben wir mit 91 Einsätzen (in 8 Monaten 2010); im letzten Jahr 2019 waren es 212 Alarme.

Wir können ohne Übertreibung und mit Stolz behaupten, dass wir in dieser Zeit viele Menschenleben gerettet haben und sehr häufig bleibende gesundheitliche Schäden mindern oder gar abwenden konnten. Leider ist das natürlich nicht immer möglich.

First Responder sind ehrenamtlich tätig; wir bekommen alle keine Geld oder andere Vergütungen für unseren Einsatz. Die Einsätze sind leider auch nicht mit den Kostenträgern des Gesundheitssystems (Krankenkassen) abrechenbar.

Die Kosten für die Einsätze (Material, Fahrzeuge, Einsatzkleidung etc.) trägt allein der DRK Ortsverein Augst e.V. und finanziert das System aus Spenden, Zuschüssen und freiwilligen Zuwendungen der vier Ortsgemeinden.

Die First Responder Gruppe besteht aktuell aus 8 ehrenamtlichen Helfern des DRK Ortsverein Augst e.V.; 3 davon sind seit der ersten Stunde mit dabei.
Alle Helfer arbeiten hauptberuflich in völlig anderen Berufen, haben aber auch eine Rettungsdienstausbildung:

Dirk W., Notfallsanitäter, selbstständiger Dipl.-Ingenieur (FH)

Dominik S., Rettungssanitäter, Bankkaufmann (Filialleiter)

Jannik S., Notfallsanitäter, Student: Humanmedizin

Kai K., Notfallsanitäter, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege

Katharina S., Rettungssanitäterin, Online Marketing Managerin

Marcel B., Rettungssanitäter, Fachinformatiker für Systemintegration

Thomas T., Rettungssanitäter, Dipl.-Pflegepädagoge (FH), stv. Schulleiter

Tobias W., Rettungssanitäter, Student: Security & Safety Engineering



Warum macht man sowas in seiner Freizeit ohne Bezahlung?
Diese Frage ist schnell beantwortet:  man kann Menschenleben retten.
Gibt es eine sinnvollere Freizeitbeschäftigung?
Ganz nach dem Slogan des DRK: "Abenteuer Menschlichkeit"

Warum First Responder in der Augst?
Die Augst-Gemeinden Eitelborn, Kadenbach Neuhäusel und Simmern liegen im äußersten Randbereich der umgebenden Rettungswachen Bad Ems, Montabaur, Höhr-Grenzhausen und Koblenz. Die Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes liegen daher bei ca. 12 Minuten (Quelle swr.de).

Diese 12 Minuten können bei einem medizinischen Notfall entscheidend sein für das spätere Outcome (bleibende Beeinträchtigungen) oder gar das Überleben der Notfallpatienten. Verschiedenen Studien belegen, dass die Überlebensrate bei Herzkammerflimmern mit 10 bis 12% pro Minute sinkt. Danach hat ein Patient mit plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand und Herzkammerflimmern bereits nach 8- 10 Minuten keine Überlebenschance mehr.

Ein ganz besonders motivierender Einsatz belegt dies eindrucksvoll:
Alarmierung 15.03.2013, 6:21, Krampfanfall in Neuhäusel

Einer unserer First Responder war gerade am Kreisel in Neuhäusel auf dem Weg zur Arbeit. Er erreichte die Einsatzstelle bereits wenige Minuten nach dem Alarm. Situation beim Eintreffen: die Tochter reanimierte ihren 54-jährigen Vater im Bett; die Herz-Druckmassage wurde fortgesetzt und sofort der AED (Defibrillator) angeschlossen:
1. Analyse: Herzkammerflimmern „Schock empfohlen“ - 1. Defibrillation; nach 2 Minuten 2. Analyse: „Schock empfohlen“ – 2. Defibrillation - kurz danach Sinusrhythmus im EKG, tastbarer Puls. Als der Notarzt 16 Minuten nach unserm First Responder eintrifft, hat der Patient bereits wieder einen regelmäßigen Herzschlag, einen messbaren Blutdruck, eine Sauerstoffsättigung von 95% und wird noch assistiert beatmet. Der Patient überlebte bis heute – ohne Folgeschäden ! 


Zusammenschnitt Original-EKG aus unserem AED-Gerät

Aber es gab leider auch viele nicht so schöne und sogar sehr belastende Einsätze:
So zum Beispiel ein schwerer Motorradunfall am Großen Herrgott (B49), bei dem sich ein Motorradfahrer sein Bein an einer Leitplanke abgerissen hatte; Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen und mehreren Toten; Verschüttung in einer Baugrube; Kinderreanimationen; Suizidversuche und Suizide; Leichenfunde …

Einige Einsätze waren für unsere Helfer derart psychisch belastend, dass eine Einsatznachsorge mit professioneller Hilfe erforderlich war.
Zum Glück hat bisher keiner bleibende psychische Traumata (PTBS -  posttraumatische Belastungsstörungen) erlitten.

Es gab leider auch zwei Verkehrsunfälle (Eigenunfälle) im Einsatz; bei einem wurde eine Helferin leicht verletzt; das Einsatzfahrzeug erlitt einen wirtschaftlichen Totalschaden.

Zum Glück sind bisher aber alle First Responder gesund aus den Einsätzen zurückgekehrt.


Wir sind auch in Corona-Zeiten für Sie da - Ehrensache !
(leider schränkt uns die Pandemie etwas ein, aber die Einsatzzahlen sind auch deutlich geringer).

Damit wir auch in Zukunft Leben retten können, benötigen wir Ihre finanzielle Unterstützung; bitte spenden Sie an:

DRK Ortsverein Augst e.V.
IBAN DE36510500150710200544
Verwendungszweck "First Responder"

Ihre Spende wird zu 100% für dieses Projekt verwendet.



Kontakt



Unterkunft:
Augst Halle
Westerwaldstraße
56335 Neuhäusel

Postanschrift:
DRK Ortsverein Augst e.V.
Triftstraße 6
56337 Eitelborn

Telefon:  02620 - 95 19 433
Telefax:  02620 - 95 19 434
E-Mail senden

Einsatzgebiet

Einsatzgebiet